Steffi (32) und Harry (33)

Schon seit meiner Pubertät leide ich unter Vaginismus, was mir lange gar nicht bewusst war. Nach einer 8-jährigen Beziehung ohne Geschlechtsverkehr lernte ich Ende 2005 meinen jetzigen Ehemann kennen. Die sexuelle Anziehung zwischen uns war sehr hoch. Dennoch wollte er aus seiner Sicht nicht so schnell mit mir schlafen, da er auf der Suche nach einer dauerhaften Beziehung war. Also ließen wir uns Zeit. Allerdings war ich anfangs so verliebt, dass der Geschlechtsverkehr ein paar Mal klappte, jedoch für mich nur unter starken Schmerzen und ich war stets froh, wenn es vorbei war. Nachdem die Hormone nachließen, fand keine Penetration mehr statt. Jedoch wurde dieses Problem zum Thema gemacht und wir konnten nicht verstehen woran es lag.

Ich war bei verschiedenen Frauenärzten, die – für mich unter Schmerzen – allerlei Untersuchungen machten und meinten, dass ich als Kind sexuell missbraucht worden sein müsste und die Störung vermutlich daran liege. Diese Ärzte wollten mich stets zu Sexualtherapeuten schicken. Da ich mir jedoch einen Missbrauch nicht vorstellen und mich in keiner Weise an ein so geartetes Erlebnis erinnern konnte sowie den Gedanken daran, vielleicht ein Missbrauchsopfer zu sein, nicht ertrug, ging ich nie zu einem Sexualtherapeuten und mein Mann drängte mich auch nicht und war weiterhin geduldig und liebevoll. Im Jahr 2011 wurden dann die Versuche Geschlechtsverkehr zu haben zur Qual. Wir beide waren ziemlich frustriert und das Thema führte aufgrund des Druckes zum einen oft zu Streit und zum anderen auch zu sexueller Inaktivität. Aufgrund der Tatsache, dass wir uns bald gemeinsame Kinder wünschten, beschlossen wir nach einem 4-wöchigen Australienurlaub das Problem anzugehen und etwas daran zu ändern. Der erste Schritt war eine Recherche im Internet und wir stießen ENDLICH darauf, dass es sich um Vaginismus – zunächst mit der Übersetzung Scheidenkrampf – handeln könnte. So lasen wir alles im Internet, was es zu dem Thema Vaginismus gab und ich bzw. wir fanden uns absolut darin wieder. Ich stieß zunächst auf eine Therapie in New York, dann auf das Buch „Wenn die Liebe schmerzt“ von Claudia Ahmed und andere Internetseiten. Da ich Schwierigkeiten hatte, mich offen mit dem Thema auseinanderzusetzen, beschloss ich zunächst nach vielem Lesen, vor allem von Erfahrungsberichten, das Problem erstmal mit dem Buch und der Bestellung eines Dilatoren-Sets selbst anzugehen. Ich begann also zunächst das Buch zu lesen und fand mich darin wieder. Bevor es zum Einsatz der Dilatoren kam, sollten jedoch irgendwelche Beckenbodenübungen gemacht werden, die sehr kompliziert waren. Es ging daher irgendwie nicht voran und die Ungeduld wuchs. Ich informierte mich nebenbei weiter im Internet und war kurz davor mich für viel Geld zur einer Therapie anzumelden als ich endlich auf die Idee kam, die Ärztin zu googlen, von der häufig bei den Erfahrungsberichten diverser Internetseiten die Rede war. So entdeckte ich Frau Dr. Reeve und die Website ihrer Praxis. Trotz des weiten Weges von knapp 300 km ermutigte mich mein Mann bei Ihr einen Termin zu machen. Ich wollte zuerst „nur“ reden und nach 2 Jahren endlich mal wieder eine Kontrolluntersuchung durchführen lassen. Daher fuhr ich zuerst allein zu ihr, informierte mich und machte ein paar Wochen später dann einen Termin für mich und meinen Mann aus.

Wir nahmen uns Urlaub und fuhren gemeinsam zu der Praxis. Zunächst wurde im Rahmen eines Gespräches das weibliche Geschlechtsorgan erklärt und jede Frage beantwortet, die wir hatten. Wir brachten auch zum Termin das Dilatoren-Set mit und Frau Dr. Reeve erklärte wie ich mit den Pelotten üben solle und ich führte vor Ort mit Blick auf den Ultraschall-Bildschirm dann 3 verschieden Größen ein, eine nach der anderen und sah dabei auf dem Ultraschall wie mein Muskel entspannen konnte. Auch wenn es mich eine Menge Überwindung kostete, konnte ich es kaum glauben, dass es wirklich klappte. Frau Dr. Reeve empfahl mir bestimmte Übungen für daheim. Gesagt – getan. Glücklicherweise fuhren wir ein paar Tage nach dem Termin für 2 Wochen in den Sommerurlaub und ich übte 2 Mal am Tag, teilweise auch durch kleine Sexvideos animiert. Nach ca. 12 Tagen des Übens war ich so weit und wir schliefen miteinander und hatten ohne Probleme Geschlechtsverkehr. Ich übe in regelmäßigen Abständen weiterhin mit dem größten Dilator und der Sex macht sogar mittlerweile Spaß! Für mich und für uns bedeutete die Begegnung mit Frau Dr. Reeve eine Wendung in unserem Liebesleben. Es hat nun ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Dankeschön!