Alexandra (21)

Vor der Behandlung

Schmerzen beim Versuch Sex zu haben, hatte ich schon immer. Dass der Grund dafür Vaginismus heißt, weiß ich erst seit ich im Internet über das Thema recherchiert habe. Dort findet man sehr viele Informationen und Meinungen, während die meisten Frauenärzte kaum etwas über Vaginismus zu wissen scheinen. Als ich mit 18 zum ersten Mal zu einer Frauenärztin gegangen bin, weil es mit dem ersten Mal einfach nicht klappte, hat mir das ordentlich Angst eingejagt. Sie sagte mir ich sei zu eng und führte mir vor, wie sie nur das Allerkleinste von all ihren „Werkzeugen“ in mich einführen konnte. Schon das tat mir weh. Aber immerhin half sie mir, indem sie mich an eine Tagesklinik überwies, wo festgestellt wurde, dass ich ein verdicktes Jungfernhäutchen und eine Hautanomalie im Dammbereich hatte und dass mir beides Schmerzen bereitet. Ich wurde dann operiert und dabei wurde auch das Jungfernhäutchen gespalten. Nun sollte eigentlich der Weg frei sein. Ich war nach dem Eingriff sehr hoffnungsvoll. Aber leider hat sich nicht viel geändert. Jeder Versuch, Sex zu haben, tat weh. Ein Eindringen des Penis war nur extrem langsam und im vorderen Bereich möglich. Früher oder später wehrte sich mein Körper und dann so stark, dass der Penis wieder herausrutschte. Ich war frustriert und wurde immer ungeduldiger. Im Internet las ich, dass man den Körper Stück für Stück an das Eindringen gewöhnen müsse, indem man mit kleinen Dilatatoren beginnt und den Durchmesser immer größer werden lässt. Ein Dilatatorenset habe ich mir nicht besorgt. Stattdessen versuchte ich es mit meinen Fingern und begann, es regelmäßig zu versuchen. Und ich stellte fest, dass es wirklich besser wurde: Irgendwann konnte ich auch zwei Finger einführen.

Mit dem Sex klappte es aber immer noch nicht. Irgendwann stieß ich dann im Internet auf die Praxis von Frau Dr. med. Reeve. Auch wenn die Behandlung bei ihr für mich eine große Investition ist, wünsche ich mir die Behandlung von jemandem, der Erfahrung mit Vaginismus hat, anstatt mich weiter allein und hilflos zu fühlen. Ich hoffe, dass ich nun die richtige Person dafür gefunden habe.

Nach der Behandlung

An die Behandlung bei Frau Dr. Reeve denke ich sehr gerne zurück. Sie war sehr verständnisvoll und fachkundig, sodass ich mich durchweg wohlgefühlt habe. Wir haben ausführlich über die körperlichen Zusammenhänge gesprochen und auch mit dem Pelottenset geübt. Mit Frau Reeves Hilfe konnte ich schon mehrere Größen einführen und meinen Fortschritt per Ultraschall beobachten. Seitdem fühlt sich das, was mein Körper macht, für mich weniger rätselhaft an. Die Behandlung hat für mich Licht ins Dunkel gebracht. Ich war erstaunt, dass ich nach kurzer Zeit schon größere Pelotten einführen konnte. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen hätte ich das nicht erwartet. Diese wirklich gute Erinnerung wird mir in Zukunft Mut machen, wenn ich für mich alleine weiter übe. Ich hoffe, dass ich auf dem richtigen, hoffnungsvollen Weg bleibe und auch alleine weitere Fortschritte mache.